onkia Veronika Kilcher

Bullet Journal Schweiz Suisse Switzerland

Interview

Seit Frühling 2018 biete ich in der Künstlerei Köniz Workshops zum Thema Bullet Journaling an. Ein Kreativ-Thema, das Sandra Baumann, die Inhaberin der Künstlerei, neugierig gemacht hat. In einem Interview hat sie mir deshalb ein paar Fragen dazu gestellt:

Sandra:

Ich hatte bis vor kurzem noch nie von einem Bullet-Journal gehört. Ist das ein neuer Trend?

Veronika:

In Amerika kennt man das Bullet Journal schon länger. Der Erfinder, Ryder Carroll, hat seine Idee schon vor mehreren Jahren mit der Öffentlichkeit geteilt. Sein Ur-System ist ganz minimalistisch und einfach. Deshalb bin ich der Meinung, dass erst die ganze Online-Community in den Sozialen Medien mit all ihren Ideen, Ergänzungen und Erweiterungen das Bullet Journal zu dem gemacht hat, was es heute ist, nämlich ein grossartiges Tool, welches ganz nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen angepasst werden kann.

In Deutschland gibt es ebenfalls bereits viele Bujo-Begeisterte und einen grossen Markt an Zubehör. Namhafte Deutsche Firmen wie Faber Castell und Stabilo haben sich dem Thema angenommen und bewerben Produkte in diesem Zusammenhang.

Ob das Bullet Journal nun auch in der Schweiz zu grosser Beliebtheit gelangt weiss ich hingegen nicht, ich könnte es mir aber gut vorstellen.

Sandra:

Wie bist du selbst auf das Bullet Journal gekommen?

Veronika:

Ich war schon länger unzufrieden mit meinen „normalen“ Planern. Da ich darin auch gerne Sachen einklebe, zeichne oder Notizen mache, hatte ich je nach vorgegebener Einteilung entweder zu viel oder zu wenig Platz. Und nebenher gab es natürlich noch jede Menge Notizzettel und Post’it’s, über die ich ganz gerne mal den Überblick verloren habe. Eigentlich auf der Suche nach Inspiration zum Thema Art Journaling bin ich dann im Netz auf Bullet Journaling gestossen und wusste sofort, dass dies für mich genau das Richtige ist. Meine  Begeisterung ist bis heute geblieben.

Sandra:

Ein Bullet Journal ist also aufwändiger und beinhaltet viel mehr als eine Agenda. Weshalb lohnt sich deiner Meinung nach der Aufwand dennoch, ein Bullet Journal zu gestalten?

Veronika:

Man kann das Bullet Journal auch ganz minimalistisch führen und braucht dafür lediglich ein beliebiges Notizbuch und einen Stift. Dann ist es überhaupt nicht aufwändig und dennoch profitiert man von seiner Struktur und Flexibilität.

Sandra:

Wie hat sich dein Alltag oder dein Leben durch das Bullet Journal verändert/bereichert?

Veronika:

Da gibt es sehr viel, das sich für mich zum Positiven verändert hat!

Ich hatte oft keinen richtigen Überblick mehr über meine „Zettelwirtschaft“ und das hat mich schon gestresst. Mit dem Bullet Journal wusste ich, jeder Termin, jede Aufgabe, jede Idee etc. ist notiert, und zwar mit System, so dass ich alles zum richtigen Zeitpunkt wieder finde und erledigen kann. Das hat mich sehr entlastet und Ruhe in mein Gedanken-Karussell gebracht.

Mit so genannten Trackern konnte ich mich ausserdem motivieren, Gewohnheiten zu verändern: Regelmässiger Sport treiben, mehr Wasser trinken, weniger zuckerhaltige Lebensmittel und Fleisch essen  usw.

Ausserdem kann ich mich im Bullet Journal auch kreativ ausleben. Ich habe schon als Jugendliche gerne gezeichnet und geschrieben und damals vor allem Tagebuch geführt. Beides war für eine längere Zeit beruflich und familiär bedingt in den Hintergrund getreten. Mir macht es Spass, im Bullet Journal auch diesem Bedürfnis wieder mehr Raum zu geben. So wird aus einem normalen Notizbuch ein ganz persönliches, individuelles „Lebens-Buch“, in dem ich oft und gerne zurückblättere. 

Auch hat mich der Spirit in der Bujo-Community auf den Sozialen Medien sehr berührt. Er ist sehr mitfühlend und unterstützend. Es werden grosszügig Ideen und Layouts geteilt und man gibt sich gegenseitig Ratschläge und Tipps. 

Sandra:

Du hast viele Fans in den Sozialen Medien und kennst dich in der «Szene» aus. Was sind das für Menschen, die die Bullet-Journal-Freude mit dir teilen?

Veronika:

Ich denke einerseits sind das Menschen, die sich bei all dem digitalen Überfluss wieder vermehrt etwas Analogem und Haptischen hingeben wollen. Digital Detox ist ein Begriff, den auch die Firma Leuchtturm zur Vermarktung ihrer Notizbücher benutzt, welches eines der beliebtesten fürs Bullet Journaling ist. Nebst dem überaus praktischen Nutzen empfinde ich Bullet Journaling als entspannend, schon fast meditativ. Das monatliche / wöchentliche Setup ist mir ein lieb gewonnenes Ritual geworden und ich könnte mir vorstellen, dass es vielen anderen ähnlich geht. Im Übrigen ist die Anzahl meiner "Fans" im Vergleich zu Boho Berry, einer Vorreiterin in der Bullet-Journal Szene, noch recht überschaubar. 

Sandra:

Als Gestaltungs- und Maltherapeutin und Grafikerin bin ich vom Wert der Kreativität überzeugt und ich könnte mir vorstellen, dass mich das Bullet-Journal zu einem bewussteren Leben anregt, indem ich z.B. schöne Momente regelmässig in Bildern und Worten festhalte. Würdest du diese Erfahrung bestätigen?

Veronika:

Auf jeden Fall! Früher hatte ich oft das Gefühl, die Tage / Wochen / Monate gehen einfach so schnell und unbeachtet vorbei und es war mir nicht wirklich bewusst, was ich eigentlich alles geschafft, erledigt und erlebt habe. Mit dem Bullet Journal - so wie ich es führe – hinterlässt mein Leben eine für mich sichtbare Spur. Mein Alltag ist damit sowohl organisiert als auch dokumentiert und das empfinde ich als ein grosse Freude und Bereicherung.

Sandra:

Herzlichen Dank fürs Beantworten meiner Fragen und ich wünsche dir viel Erfolg mit deinen Bullet-Journaling-Kursen in der Künstlerei!

Veronika:

Ich danke dir für die Fragen. Die "Suche" nach Antworten hat mir selber erneut bewusst gemacht, wie bereichernd ich Bullet Journaling finde.

 

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In meinem Bullet Journal® schreibe, zeichne und gestalte ich hauptsächlich mit folgenden Produkten:

                       

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